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Atemwegserkrankungen

Schadstoffe, Allergene, Viren, Bakterien, angeborene Veranlagung – es gibt zahlreiche Einflüsse, die eine Atemwegserkrankung nach sich ziehen können. Von der akuten Entzündung bis zur chronischen Veränderung des Gewebes, ist es nicht immer einfach, den Überblick zu behalten. Die folgende Liste soll hierbei helfen, Vorbeugung vereinfachen und Möglichkeiten der Behandlung darstellen. Natürlich ersetzt dieser Ratgeber keinen Arztbesuch, dieser ist bei anhaltenden und / oder starken Schmerzen immer ein Muss.

COPD – Chronic Obstructive Pulmonary Disease

COPD, auf Deutsch auch als chronisch obstruktive Lungenerkrankung bezeichnet, ist tatsächlich keine einzelne Erkrankung. Viel mehr verbergen sich hinter dem Krankheitsbild meist mehrere Auslöser, die über einen längeren Zeitraum hinweg zu typischen Symptomen führen.

Die COPD kann entstehen, wenn:

  • Lungenemphysem
  • Chronische Bronchitis mit Hang zum Asthma
  • Chronische, obstruktive Bronchitis

vorliegen. Diese können einzeln oder gemeinsam bestehen. Beim Lungenemphysem handelt es sich um eine krankhafte Größenveränderung der Lungenbläschen, hierbei wird auch von einer Überblähung gesprochen. Diese Überblähung ist nicht umkehrbar und schränkt den Gasaustausch empfindlich ein.

Symptome der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung im Überblick

  • Atemnot bei Anstrengung und in Ruhe
  • Hörbare Atemgeräusche
  • Anhaltender Husten
  • Gewichtsverlust
  • Allgemeines Schwächegefühl
  • Uhrglasnägel
  • Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems
  • Osteoporose
  • Blauverfärbung der Fingerspitzen und Lippen
  • Trommelschlegelfinger
  • Gefühl der Enge und des Drucks in Lunge und Bronchien
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Ausdehnung des Brustkorbes, der sogenannte Fassthorax

Verlauf der COPD

Mann-mit-AtembeschwerdenAm Beginn der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung stehen häufige Infekte der Atemwege, die mit Entzündungen einhergehen. Durch die ständige Reizung des Lungengewebes kann sich dessen Struktur verändern und es entsteht ein anhaltender, hartnäckiger Husten.

Aufgrund der Veränderungen der Lungenbläschen wird die Sicherstellung einer ausreichenden Sauerstoffzufuhr zunehmend schwieriger. Anfangs äußert sich das in Atemnot bei körperlicher Anstrengung, später weiten sich die Probleme auch auf den Ruhezustand aus.

Mit Fortschreiten der COPD findet der stetige Sauerstoffmangel in oben genannten Symptomen Ausdruck, die den ganzen Körper miteinbeziehen.

Da es sich bei der chronischen Lungenerkrankung um unumkehrbare Veränderungen handelt, ist sie nicht heilbar und führt häufig zum Tode.

Eine frühzeitige Behandlung und natürlich die Vorbeugung können die Krankheit, ernstere Symptome und extreme Verläufe jedoch verhindern.

Ursachen

  • Rauchen
  • Einatmen von Schadstoffen
  • Wiederholte Infekte
  • Genetische Erkrankungen
  • Fehlbildungen der Lunge
  • Alter
  • Komplikation nach operativen Eingriffen
  • Feinstäube

Behandlung und Vorbeugung

Die wirksamste Vorbeugung ist der Verzicht auf aktiven und passiven Tabakrauch und ein umfassender Schutz gegen Schadstoffe und Feinstäube. Werden regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt und Infekte vollständig ausgeheilt, wird das Risiko weiterhin reduziert.

Zur Behandlung stehen entzündungshemmende, Bronchien erweiternde Stoffe und krampflösende Medikamente zur Verfügung, die inhaliert, oral oder intravenöse verabreicht werden können. Zusätzlich kann die Gabe von Sauerstoff sinnvoll sein.

Mukoviszidose

Die zystische Fibrose, wie Mukoviszidose ebenfalls genannt wird, ist eine angeborene Stoffwechselerkrankung und unheilbar. Durch eine Störung der Chloridkanäle sind bestimmte, körpereigene Sekrete zähflüssiger, als die gesunder Menschen. Das kann sich auch in der Lunge und den Bronchien zeigen, die aufgrund des zähen Schleims besonders anfällig für Infektionen werden.

Symptome der Mukoviszidose im Überblick

  • Chronischer Husten
  • Anfälligkeit gegenüber Atemwegsinfekten
  • Lungenentzündungen
  • Atemnot
  • Gewichtsverlust oder Gedeihstörungen
  • Zunehmende Insuffizienz der Lunge

Verlauf der zystischen Fibrose

Abhängig von der Ausprägung der Stoffwechselstörung kann es zu einem leichten Verlauf kommen, bei dem Symptome schubweise auftreten und medikamentös kontrolliert werden können.

Medicine pointing at lungBei schwereren Verlaufsformen kommt es zu zunehmenden Gewebsveränderungen in der Lunge und in den Bronchien, die eine Insuffizienz nach sich ziehen und häufig zum verfrühten Tod führen.
Behandlung der Mukoviszidose

Der erste Schritt zu einer möglichst erfolgreichen Therapie ist die Feststellung der Krankheit.
Bei positivem Befund wird Mukoviszidose symptomatisch behandelt, denn wie bereits erwähnt kann sie bisher nicht geheilt werden. Zu der Therapie gehören Inhalationen, entzündungshemmende Mittel, Schleimlöser, Antibiotika, spezielle Atemtechniken und eine abgestimmte Ernährung.

Bei frühzeitiger Diagnose und fortlaufender Behandlung können die Krankheitsschübe vermindert und die Lebenserwartung erhöht werden.

Tuberkulose

Die Tuberkulose oder TBC, wie die sie auch genannt wird, ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die bei umfassender Behandlung heilbar ist. Obwohl die Anzahl der Neuerkrankungen in Industrieländern relativ gering ist, ist eine Ansteckung durch Aufenthalte in gefährdeten Gebieten und Kontakt zu bereits Infizierten nicht ausgeschlossen.
Symptome und mögliche Komplikationen der Tuberkulose

  • Anhaltender Husten
  • Fieber
  • Nachtschweiß
  • Übergreifen der Infektion auf andere Organe
  • Meningitis
  • Atemnot
  • Schmerzen

Verlauf

Die Tuberkulose hat mit sechs bis acht Wochen eine relativ lange Inkubationszeit, kann aber auch darüber hinaus zunächst unbemerkt bleiben. Verantwortlich dafür sind die anfangs uncharakteristischen Symptome, die sich für gewöhnlich auf Husten und Nachtschweiß beschränken. Erst mit zunehmendem Schweregrad treten Fieber und, teilweise blutiger, Auswurf auf.
Die sogenannten Tuberkulose-Herde können währenddessen offen oder geschlossen sein.

Bekämpft das Immunsystem die Erreger, ohne sie jedoch vollständig abtöten zu können, kann die Infektion sogar über Jahre hinweg bestehen – ohne merklich auszubrechen.

TBC Ursachen

TBC wird durch bakterielle Erreger hervorgerufen, in den meisten Fällen handelt es sich hierbei um Mycobacterium tuberculosis. Bakterien dieses Stammes werden häufig durch die bekannte Tröpfcheninfektion übertragen.

Tuberkulose bricht jedoch tatsächlich nur selten aus – trotz des Kontakts zu Erregern. Erst eine Schwächung des Immunsystems, beispielsweise durch HIV, Abhängigkeit von Alkohol oder anderen Drogen, bestimmte Medikamente oder unhygienische Umgebungen, führt zum Auftreten der Krankheit.
Behandlung und Vorbeugung

TBC wird mit verschiedenen Antibiotika behandelt und das über einen langen Zeitraum hinweg. Denn anfällig sind die Erreger meist nur in den Teilungsphasen, wodurch eine Therapie über mehrere Monate erforderlich ist. Ruhe, vitaminreiche Ernährung und das Inhalieren von Wirkstoffen kann Erleichterung bringen und die Heilung beschleunigen.
Die offene Form der Tuberkulose wird aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr stationär therapiert.

Unbehandelt und in schweren Verlaufsformen kann TBC zum Tode führen.

Bronchitis

Den Begriff Bronchitis kennt wohl jeder, nicht jedem ist aber auch bewusst, das drei Formen unterschieden werden. Es handelt sich um die akute, die chronische und die chronisch obstruktive Bronchitis.

Während die akute Form der Bronchitis meist von alleine ausheilt und häufig gemeinsam mit Infektionen umliegender Gewebe – beispielsweise im Rahmen einer Erkältung auftritt – sind die chronischen Verläufe ernst zu nehmen und in vielen Fällen Vorboten einer COPD. Sie bedürfen demzufolge einer schnellen Behandlung.

Symptome der Bronchitis im Überblick

  • Husten
  • Auswurf
  • Atemnot bei Anstrengung
  • Pfeifende Atemgeräusche
  • Fieber
  • Allgemeine Schwäche
  • Anfälligkeit gegenüber anderen Infektionen
  • Nachtschweiß

Verlauf

Die Bronchitis äußert sich zunächst durch beständigen Husten, der von Auswurf begleitet wird. Bei der akuten Form klingt dieser innerhalb von Tagen oder Wochen wieder ab.
Die chronische oder chronisch obstruktive Bronchitis zeichnet sich hingegen durch hartnäckigen Husten aus, der kaum oder gar nicht zu stillen ist und über einen langen Zeitraum hinweg besteht.

Als Folge der chronischen Verläufe kann sich das Gewebe der Bronchien verändern und schließlich zu einer COPD führen. Das Allgemeinbefinden und die Belastungsfähigkeit des Körpers sind jedoch schon vor diesem Stadium deutlich eingeschränkt.

Ursachen

Als Ursache für die akute Bronchitis gelten Bakterien und Viren, die eine Entzündung auslösen sowie eine Anfälligkeit gegenüber Infektionen der Bronchien.

Bei der chronischen und chronisch obstruktiven Bronchitis zeichnet sich häufig Tabakrauch verantwortlich. Aber auch andere Schadstoffe können das Gewebe schädigen und zu den Erkrankungen führen.

Behandlung und Vorbeugung

Die akute Bronchitis ist nur dann behandlungsbedürftig, wenn sie nicht von allein ausheilt. Antibiotika, eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr, schleimlösende und entzündungshemmende Mittel sowie Inhalationen sind dann angeraten.

Bei den chronischen Formen sollte strikt auf Tabak verzichtet werden, Klopfmassagen, spezielle Atemübungen und die Inhalation von Entzündungshemmern und Schleimlösern bringen Linderung. In schweren Fällen ist eine zusätzliche Versorgung mit Sauerstoff angeraten.

Unbehandelt kann die akute Form zur chronischen werden, während chronische Formen lebensbedrohliche Verläufe annehmen können.

Asthma bronchiale

Asthma bronchiale oder Asthma, wie die chronische Krankheit auch genannt wird, ist mittlerweile weithin bekannt. Diese Erkrankung zeichnet sich durch eine Überempfindlichkeit gegenüber Reizstoffen, körperlichen und emotionalen Anstrengungen aus. Genannte Reize führen zu gefährlichen Verengungen der Bronchien, die anfallsmäßig auftreten. Asthma-Anfälle können zum Tode führen und sind daher in jedem Fall behandlungsbedürftig und ernst zu nehmen.

Symptome von Asthma bronchiale

  • Chronischer Husten
  • Atemnot
  • Pfeifende oder brummende Geräusche beim Ausatmen
  • Herzrasen
  • Bläuliche Verfärbung der Lippen und Fingerspitzen
  • Probleme beim Ausatmen

Möglicher Verlauf des Asthmas

Mann-inhaliert-mit-InhalatorAbhängig von der Ausprägung des Asthmas existieren leichte Formen, bei denen Anfälle von allein abklingen und lediglich bei großen Belastungen auftreten. Schwere Formen führen häufig zu heftigen Anfällen, die sich erst nach der Einnahme von Medikamenten lösen.

Bei besonders schweren Formen können Anfälle entstehen, die über mehrere Stunden hinweg bestehen und selbst auf Notfallmedikamente nicht ansprechend. Bei diesen handelt es sich um akut lebensbedrohliche Zustände – hier sollte immer ein Notarzt verständigt werden.

Ursachen des Asthmas

Bei Asthma bronchiale handelt es sich um eine Erkrankung,

bei der Veranlagung und Auslöser zusammenspielen. Sind die Bronchien durch Krankheit oder Gene anfällig und werden durch Allergene, Schadstoffe oder Anstrengung gereizt, kann ein Anfall auftreten.

Behandlung und Vorbeugung

Eine gesunde Lebensweise kann Asthma zwar nicht vollständig verhindern, das Risiko aber deutlich verringern. Ausreichend Bewegung an frischer Luft, frühzeitiger Kontakt zu möglichen Auslösern, der Verzicht auf Tabak und umfassende Ausheilung von Infekten der oberen Atemwege sind weitere wirksame Maßnahmen.

Besteht Asthma bereits, sollten seine Auslöser genauestens diagnostiziert werden. Eine medikamentöse Einstellung, meist mit Inhalatoren, regelmäßige Kontrollen, Atemtechniken und ein Meiden der Reize helfen die Anfälle zu kontrollieren und zu vermeiden. Zusätzlich können eine Hyposensibilisierung durchgeführt und autogenes Training erlernt werden.

Atemwegserkrankungen – frühe Diagnose und gezielte Behandlung

Zeichung-der-LungeAnhaltender Husten, Schmerzen in Lunge und Bronchien, Auswurf und Atemnot – all das sind deutliche Warnzeichen des Körpers, die ärztliche abgeklärt werden müssen. Je eher und umfassender, desto besser. Selbst wenn es sich um harmlose Infektionen handelt, ist eine frühzeitige Diagnose und gezielte Behandlung wichtig, um Komplikationen und schwere Verläufe zu verhindern. Bevor es jedoch zu Erkrankungen der Atemwege kommen kann, helfen einige einfache und dennoch wirksame Vorbeugungsmaßnahmen. Viel Bewegung an frischer Luft, der Verzicht auf Tabak, ausreichender Schutz vor Schadstoffen und Feinstaub, eine vitaminreiche und ausgewogene Ernährung und vorbeugende Inhalationen stärken das Immunsystem, schützen vor Krankheitserregern und Veränderungen des Gewebes.