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Wann soll man inhalieren?

Das Inhalieren ist nicht nur eines der bekanntesten und ältesten Hausmittel. Auch Ärzte wissen um die hervorragende heilende und lindernde Wirkung insbesondere für die oberen Atemwege. Wann und welche Zusatzstoffe inhaliert werden sollten, hängt dabei von unterschiedlichen Faktoren ab. Abhängig vom Grund des Inhalierens kommen auch unterschiedliche Techniken zur Anwendung.

Bei welchen Erkrankungen ist das Inhalieren empfehlenswert?

Im Prinzip ist den meisten Menschen natürlich klar, dass sie bei einer Erkältung oder einem Schnupfen, wovon auch die oberen Atemwege betroffen sind, inhalieren sollten. Ab einem bestimmten Zeitpunkt gehen solche Erkrankungen aber auch immer mit zunehmenden Entzündungen in den Atemwegen einher. Daher ist die Frage, wann inhaliert werden sollte, mehr als berechtigt. Denn sobald eine Entzündung zu heftig wird, sollte vom Inhalieren abgesehen werden. Doch zunächst die Symptome, bei denen inhaliert werden sollte:

  • Schnupfen (Rhinitis)
  • Husten aufgrund einer Erkältung
  • eingeschränkt bei einer Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
  • eingeschränkt bei einer Bronchienentzündung (Bronchitis)

Mit zunehmender Entzündung behutsamer inhalieren

Die Einschränkungen ergeben sich durch den Verlauf der Entzündung. Je fortgeschrittener eine Entzündung ist, desto eher sollte vom Inhalieren abgesehen werden. Bei einer Nebenhöhlenentzündung können bestehende Schwellungen durch die Inhalation zunehmen, da die entzündeten Regionen zusätzlich gereizt werden.

Wann welche Präparate und Substanzen inhalieren?

Hilfe gegen Erkältung: InhalierenGrundsätzlich lässt sich festhalten, je fortgeschrittener eine Entzündung der oberen Atemwege oder der Bronchien ist, umso weniger aggressiv sollten die Inhalationszusätze sein. Zum Inhalieren werden in der Regel die folgenden Produkte und Substanzen verwendet:

  • pflanzliche Extrakte, beispielsweise gewonnen aus Kamille oder Salbei
  • ätherische Öle
  • Gelkapseln, die auch oral eingenommen werden können
  • spezielle Medikamente und Zusätze zum Inhalieren
  • Kochsalzlösungen

Pflanzliche Extrakte und Produkte wie Kamille oder Salbei

Am häufigsten Anwendung finden Kamille (in Form von Kamillenblüten und Kamillenextrakte) als Hausmittel und auch vom Arzt verschrieben Anwendung. Die Wirkungsweise ist schonend und ohne Risiken. Damit können solche pflanzlichen Extrakte auch noch bei einem Entzündungsgrad angewandt werden, zu dem schon lange von ätherischen Ölen abzuraten ist. Diese Substanzen können das entzündete Gewebe zusätzlich angreifen und damit schwächen.

Ätherische Öle und medizinische Präparate

Inhalieren mit ätherischen ÖlenÄtherische Öle wie Latschenkiefer- oder Fichtennadelextrakt sollte also möglichst im frühen Entzündungsstadium der oberen Atemwege verwendet werden. Spezielle Präparate, die frei in Apotheken erhältlich sind, sollten ausschließlich laut Herstellervorgaben verwendet werden. Die Mitarbeiter in der Apotheke können konkret Auskunft darüber erteilen, bei welchen Erkrankungen der Atemwege und bis zu welchem Entzündungsstadium diese Medikamente verwendet werden können. Verschreibungspflichtige Präparate zum Inhalieren muss ohnehin der behandelnde Arzt per Rezept verordnen, sodass hier ein falscher Einsatz nahezu ausgeschlossen werden kann.

Wann wird welche Inhalationstechnik angewandt?

Nun gibt es noch verschiedene Techniken zum Inhalieren. Welche bevorzugt genutzt werden sollten, hängt ebenfalls von unterschiedlichen Faktoren ab:

  • klassische Inhalation (über Topf oder mit Inhalationsaufsatz)
  • Teilchenzerstäuber
  • Inhalationspasten und Cremes

Die klassische Inhalation und die Verwendung von Inhalations-Cremes

Bei der klassischen Inhalation wird das Wasser stark erhitzt. Anschließend wird der Wasserdampf inhaliert. Grundsätzlich muss der Dampf daher heiß sein. Bei Kindern sollte der Wasserdampf jedoch deutlich „kühler“ sein, da ansonsten eine akute Verbrennungsgefahr besteht. Überhaupt ist das herkömmliche Inhalieren bei Kindern und Kleinkindern mit Bedacht anzuwenden.

Hier eignen sich vor allem Pasten und Cremes, die vor dem Schlafen (aber auch tagsüber) auf Brust und Rücken eingerieben werden. So geben sie dann langsam und deutlich abgeschwächt ihre Inhaltsstoffe ab, die automatisch eingeatmet werden. Für Kleinkinder und Säuglinge gibt es auch spezielle Tropfen, die in geringer Dosis auf dem Strampler oder Schlafanzug verteilt werden.

Inhalationsaufsatz versus Topf mit Handtuch

Inhalieren mit einem Handtuch und einer SchüsselBei gewöhnlichem Schnupfen, Husten oder einer Nebenhöhlenentzündung ist das klassische Inhalieren ausreichend. Meist sind die gereizten Bereiche auch nur entsprechend trocken und durch die Feuchtigkeit, die inhaliert wird, geht die Reizung deutlich zurück. Wer keinen entsprechenden Inhalator aus der Apotheke besitzt und stattde
ssen auf Topf und übergestülptes Handtuch zurückgreift, sollte die aggressive Wirkung von ätherischen Ölen berücksichtigen. Diese können dann die Augen oder die Haut reizen. Gerade besonders empfindliche Menschen sollten dann vorzugsweise einen Inhalator aus der Apotheke benutzen.

Elektrischer Inhalator (Zerstäuber)

Der Wasserdampf, der so eingeatmet wird, reicht aber nur bis in die Nase und den Rachen. Das heißt, bei einer bronchialen Entzündung oder Reizung ist diese Form des Inhalierens nicht mehr ausreichend. Dazu muss die lindernde Substanz im Wasser in größeren, aber dennoch feinsten Tröpfchen bis zu den Bronchien transportiert werden. Dazu ist ein entsprechender Teilchenzerstäuber erforderlich. Diese sind in der Anschaffung jedoch relativ kostspielig und liegen deutlich über 100 Euro. Bei chronischen Erkrankungen kann der Arzt ein Rezept dafür ausstellen. Wer einen solchen Inhalationszerstäuber nur temporär benötigt, kann in seiner Apotheke nachfragen. Viele Apotheken bieten diese Zerstäuber gegen eine geringe Leihgebühr.

Verwendung eines elektrischen Inhalators

Frau-mit-InhalatorEntweder wird dieser Zerstäuber mit destilliertem Wasser oder einer Kochsalzlösung befüllt. Die Kochsalzlösungen werden in Apotheken ebenfalls angeboten. Meist sind das aber relativ große Flaschen, in denen die sterile Kochsalzlösung angeboten wird. Mithilfe einer Einwegspritze lässt sich dann die benötigte Menge entnehmen und der elektrische Zerstäuber kann befüllt werden. Wer nur wenig Kochsalzlösung benötigt, kann diese passend portioniert erwerben. Dann müssen in der Apotheke sogenannte Ophtiolen mit der entsprechenden Lösung angefragt werden.

Unbedingt vor dem Inhalieren beachten

Wann inhalieren das empfehlenswerte Mittel bei Beschwerden der oberen Atemwege ist, schließt auch mit ein, wer nicht auf die Inhalation zurückgreifen sollte. Wie bereits geschrieben, ist der Einsatz bei Kindern nur bedingt zu empfehlen. Aber auch bei anderen Erkrankungen der Atemwege als der genannten sind Inhalationen wenig empfehlenswert. Asthmatiker sollten völlig auf das Inhalieren verzichten. Das gilt insbesondere beim Einsatz ätherischer Öle, da diese auch einen Asthmaanfall auslösen können.

Fazit: das Inhalieren ist nicht umsonst eines der bekanntesten Hausmittel

Das Inhalieren ist richtig angewandt ausgesprochen hilfreich. Es unterstützt die körpereigenen Mechanismen bei der Heilung. Das „Wann“ schließt aber auch die verwendete Technik, die richtige Wahl der Inhalationssubstanzen und andere Aspekte mit ein. Die Häufigkeit des Inhalierens hängt darüber hinaus vom Grad der Beschwerden ab und reicht von mehrmals täglich bis zur wöchentlichen Inhalation. Jedoch sollte sich jeder darüber im Klaren sein, dass weder die Inhalation als Hausmittel noch das Inhalieren bestimmter Präparate aus der Apotheke einschließlich der Beratung von dort die Behandlung durch einen Haus- oder sogar Facharzt (HNO) ersetzen kann oder darf. Wer sich nicht sicher ist, sollte auf jeden Fall seinen Arzt des Vertrauens zurate ziehen.

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