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Wie inhaliert man richtig?

Wenn eine Erkältung die Atemwege fest im Griff hat, beginnen viele Menschen zu inhalieren. Immerhin ist diese Behandlung einfach und wirksam, kann die Schleimhäute befeuchten, Schleim lösen und so für schnelle Linderung sorgen. Bei der gezielten Inhalation können aber auch Fehler gemacht werden, die den Zustand verschlimmern, anstatt ihn zu verbessern.

Wie inhaliert man also richtig?

Inhalieren mit dem Kochtopf

Mann-inhaliert-mit-DampfWasser in einem Topf zum Kochen bringen, Zusatz hinein geben und tief einatmen – klingt einfach. Die Verwendung eines Topfes birgt jedoch einige Risiken und ist daher nicht für jeden ideal. Zum einen können Töpfe relativ leicht kippen oder der heiße Inhalt bei Bewegung herausspritzen. Das kann zu Verbrühungen führen. Der erhitzte Topf an sich kann bei Berührung ebenfalls Verbrennungen erzeugen. Der Wasserdampf tritt aus dem Topf zum anderen breitflächig aus, für ein gezielteres Inhalieren muss daher ein Handtuch über den Kopf gelegt werden. Darunter wird es schnell unangenehm warm und stickig, was wiederum Kopfschmerzen und Schwindel hervorrufen kann. Auch dann kann der Wasserdampf jedoch nicht bis tief in die Bronchien oder die Lunge dringen.

Für die Inhalation mit einem Topf sollte ein möglichst großes Modell gewählt werden, das standsicher ist. Eine bodendeckende Schicht Wasser reicht aus. Vor allem bei Kindern muss auf ausreichend Abstand zum Gefäß geachtet werden. Das Handtuch sollte alle zehn Atemzüge gelüftet werden, um für ausreichend Sauerstoff zu sorgen und Kopfschmerzen sowie Schwindel zu vermeiden.

Spezielle Inhalatoren verwenden

Inhalatoren können meist deutlich weniger Flüssigkeit aufnehmen und bergen daher ein kleineres Verletzungsrisiko. Zudem sind sie mit passend geformten Masken ausgestattet, die den Dampf nur in Mund und Nase bringen.
Genau dieser gezielte Dampfaustritt kann allerdings als unangenehm empfunden werden und erlaubt meist nur kurze Inhalationen. Zudem gestaltet sich die Reinigung der einzelnen Teile in einigen Fällen umständlich. Eine Reinigung des Kunststoffs ist durch den direkten Hautkontakt aber nach jedem Dampfbad notwendig. Anderenfalls werden die Inhalatoren zur Brutstätte.

Geräte mit Verneblerfunktion erzeugen winzige Wassertröpfchen, die in Bronchien und Lunge dringen können. Diese sind allerdings etwas teurer und sollten erst nach Absprache mit dem behandelnden Arzt verwendet werden.

Kochtopf oder Inhalator?

Mann-inhaliertDie klassische Inhalation mit einem Kochtopf oder einer Schüssel gestaltet sich einfach, schnell und ist nicht mit weiteren Ausgaben verbunden. Ganz ohne Nachteile ist diese Variante aber nicht. Spezielle Inhalatoren ermöglichen ein gezielteres Einatmen des Dampfes oder im Falle von Verneblern die Befeuchtung der Lunge und Bronchien. Auch sie kommen aber nicht nur mit Vorzügen daher.

Ob für das Inhalieren ein Topf oder ein Inhalator verwendet wird, ist also abhängig vom Ziel der Behandlung und den persönlichen Umständen.

Die korrekte Wassertemperatur

Viele Menschen wählen eine viel zu hohe Temperatur des Inhalats. Das zerstört einerseits einige Wirkstoffe und reizt andererseits die Schleimhäute. Die Folge ist nicht etwa Linderung, sondern eine noch schlimmere Schwellung.
Es reicht vollkommen aus, das Wasser auf 50°C bis 60°C zu erhitzen. Hat es bereits gekocht, sollte es für einige Minuten abkühlen.

Die richtige Atmung beim Inhalieren

Während des Inhalierens sollte ganz normal weitergeatmet werden. Ein gelegentlicher Wechsel zwischen Nasen- und Mundatmung kann die Erreger an mehreren Fronten bekämpfen.

Entsteht ein Schwindelgefühl, ist das häufig auf eine zu tiefe Atmung zurückzuführen.

Wie lange und wie oft inhalieren?

Frau-mit-InhalatorBei einer Erkältung reichen zwei bis fünf Inhalationen pro Tag, mit einer Dauer von jeweils fünf bis zehn Minuten.

Eine hartnäckige Nasennebenhöhlenentzündung, eine Bronchitis oder andere Erkrankungen der Atemwege können jedoch auch mehrere oder längere Behandlungen erforderlichen machen.

Als Vorsorge in der Erkältungszeit ist eine abendliche Inhalation empfehlenswert.

 

Ruhe und Flüssigkeit nach der Inhalation

Wasserdampf, Wirkstoffe und Wärme können zwar für Linderung sorgen, sie sind aber auch eine kurzzeitige Belastung. Vor allem für den Kopf. Setzt der schleimlösende Effekt ein, der sich in Abhusten und häufigem Putzen der Nase äußert, benötigt der gesamte Körper daher Ruhe. Zudem muss dem Organismus Flüssigkeit zugeführt werden, um den Verlust auszugleichen.
Anderenfalls sind Kopfschmerzen, Schwindel, Druck und erneute Reizungen die Folgen.

Vorsicht bei Reizstoffen

Ätherische Öle können lindern, Entzündungen bekämpfen und zähflüssige Sekrete lösen. Sie können jedoch auch die Schleimhäute reizen. Und das nicht nur, wenn sie überdosiert werden. Bei jeder Form von Wirkstoff, selbst bei den pflanzlichen, sollte daher Vorsicht walten. Tritt schon während der Inhalation starker Husten oder heftiges Niesen auf, muss das Dampfbad abgebrochen und der Zusatz gewechselt werden.

Die richtige Hygiene ist wichtig

Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit sind ideale Bedingungen für viele Keime. Daher ist es von immenser Wichtigkeit, alle Inhalationsutensilien nach der Verwendung gründlich zu reinigen. Einfaches Abspülen reicht hierfür nicht aus. Bei sehr infektiösen Krankheiten sollten die Utensilien desinfiziert oder, sofern möglich, abgekocht werden.

Richtig ausgeführt ist das Inhalieren eine wirksame Behandlung von zahlreichen Infekten und Erkrankungen der Atemwege. Gerade Allergiker und Kinder sollten hierbei jedoch äußerst vorsichtig vorgehen, um unnötige Reizungen zu vermeiden. Und trotz der scheinbaren Harmlosigkeit dürfen grundlegende Sicherheitsmaßnahmen keinesfalls außer Acht gelassen werden. Nur dann bringt das Inhalieren wirklich nur Linderung und Erleichterung – ohne unerwünschte Nebenwirkungen.