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Inhalieren mit Tee

Gerade im Herbst und Winter ist der Organismus des Menschen besonders heiklen Belastungen ausgesetzt, die nicht selten in eine Ansteckung mit grippalen Infekten münden. Dabei sind regelmäßig der gesamte Bereich der Atemwege in Mitleidenschaft gezogen. Die Betroffenen plagen – neben anderen Symptomen – unangenehme Begleiterscheinungen wie Brust- und Halsschmerzen. Atemprobleme und Kopfschmerzen durch geschwollene Nasenschleimhäute oder belastete Stirnhöhlen sind an der Tagesordnung. Als altbewährtes Hausmittel versprechen Inhalationen – unter anderem mit Tee – Abhilfe. Oftmals ersparen sie den vorschnellen Griff zum Medikament. Einige Dinge sind bei dieser Form der Selbstbehandlung zu beachten.

Welche Teesorte ist die richtige?

Inhalieren mit Kamille - gesund und natürlichNeben der Inhalation von Kräuterextrakten wirken eine Vielzahl von Teesorten direkt „am Ort des Geschehens“ und entfalten ihre heilende Wirkung durch direkten Kontakt mit den entzündeten Schleimhäuten oder dem lädierten Bronchialsystem. Über diese Kanäle können zudem Wirkstoffe der Tees vom Körper aufgenommen werden und so ein Abklingen der Beschwerden unterstützen. Grundsätzlich sind dazu alle naturbelassenen Teesorten geeignet. Bei Erkältungskrankheiten sind einige Arten besonders wirksam:

  • Kamillentee als entkrampfender, entzündungshemmender Klassiker
  • Pfefferminz, Thymian, Salbei, Calendula und Ringelblume mit abschwellender Wirkung
  • Lorbeerblatt-Tee als Spezialist gegen Halsentzündung
  • schwarzer und grüner Tee zur Belebung, gegen Mattigkeit und Abgeschlagenheit

Die Aufzählung ist nur beispielhaft. Grundsätzlich gilt, dass die Wirkung der Inhalation in etwa der Wirkung der Kräuter bei oraler Aufnahme, also beim Aufbrühen und Trinken des Tees entspricht.

Der feine Unterschied

In der Regel wird eine Inhalation durch das Einatmen von Dampf oder Nebel (Aerosole) durchgeführt. Jedem ist das Procedere – Gesicht über die Schüssel und Handtuch über den Kopf – bekannt. Eine Weiterentwicklung dieses Prinzips sind Dampf-Inhalatoren aus der Apotheke, bei denen spezielle Öffnungen für Mund und Nase ausgeformt sind. Eine Reizung von Gesicht und Augen wird vermieden.

Alternativ hierzu kommen spezielle, elektrisch betriebene Geräte – sogenannte Vernebler – zum Einsatz. Auf den ersten Blick mag es scheinen, dass die elektrisch betriebenen Inhalatoren lediglich Vorteile im Handling und in der bequemen Anwendung bringen. Dies ist ein Trugschluss, beide Varianten wirken auf ganz unterschiedliche Art:

  • „Schüsselvariante“/Dampf-Inhalatoren: Hier wird Wasserdampf mit den gelösten Teebestandteilen eingeatmet. Dieser Wasserdampf entfaltet seine Wirkung, unterstützt durch die Wärme, vornehmlich im Bereich der oberen Atemwege. Bei der Luftröhre ist allerdings Schluss: Da die Dampfteilchen größer als 15 Mikrometer sind, erreichen sie das Bronchialsystem und die Lunge – entgegen verbreiteter landläufiger Meinung- nicht. Speziell für die Behandlung von Bronchial- oder Lungenerkrankungen ist diese Methode ungeeignet
  • elektrische Inhalatoren/Vernebler: Die Flüssigkeit wird durch Ultraschall und/oder Düsensystemen auf Molekülgrößen unter 15 Mikrometer vernebelt. Die Geräte punkten damit, dass der Nebel lungengängig ist und damit Tiefenwirkung zeigen kann. Die oberen und unteren Atemwege werden gleichermaßen behandelt. Neben dem positiven Einfluss auf den Verlauf von Erkältungskrankheiten eignen sich diese Geräte besonders für die Behandlung von Asthma oder chronischen Lungenerkrankungen.

Sechs Tipps zum richtigen und sicheren Inhalieren

  1. Wahl der richtigen Variante (Dampf oder Verneblung) zum Erreichen der gewünschten Wirkung
  2. Bei Dampfinhalatoren auf sicheren Stand und sinnvolle Wassertemperatur achten (Verbrühungsgefahr)
  3. Bei Verneblern besteht die Gefahr der Verstopfung der Düsen. Die zu verdampfende Flüssigkeit darf keine Feststoffe (Teekraut-Reste, zähflüssige ätherische Öle) enthalten. Die Herstellerangaben sind zu beachten.
  4. Sorgfältig auf Hygiene achten. Keime, Bakterien und Sporen haben bei unzureichender Reinigung „leichtes Spiel“, direkt in den Körper zu gelangen.
  5. Auch Tees und Kräuter sind wie Medikamente zu behandeln. Gegebenenfalls vor der Verwendung einen Arzt oder Apotheker befragen.
  6. Bei Unwohlsein, Schwindel oder Atemnot die Behandlung sofort abbrechen

In schöner Regelmäßigkeit

Während einer akuten Erkältung sollte sich die Behandlung nicht nur auf eine einzelne Inhalation beschränken. Bis zum Abklingen der Symptome hat sich eine Anwendung in Intervallen bewährt:

  • Zwei bis vier Mal täglich
  • jeweils 10-15 Minuten
  • ei der Verwendung von ätherischen Ölen: 5-7 Minuten

Inhalation als altes Hausmittel zur Selbstbehandlung ist bestens zur Linderung von erkältungsbedingten Begleiterscheinungen und zur Steigerung des Wohlbefindens in diesen Fällen geeignet. Die Inhalation von Teeprodukten spielt dabei eine große Rolle. Moderne Inhalationsgeräte erweitern dieses Spektrum durch ihre Tiefenwirkung erheblich. Manche Zusätze wie Salz und Sole sind hiermit überhaupt erst anwendbar. Eine Anschaffung solcher Vernebler empfiehlt sich besonders für Menschen mit einem anfälligen Bronchialsystem oder bestehenden Gewebeveränderungen wie sie bei einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) auftreten.