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Inhalieren in der Schwangerschaft

Erkältungen in der Schwangerschaft sind nicht selten, immerhin muss der Körper eine immense Aufgabe bewältigen. Darunter leidet auch das Immunsystem. Kommen dann Schlafprobleme und gelegentliche Hitzewallungen hinzu, wird die körpereigene Abwehr schnell geschwächt und der Körper in der Folge anfälliger für Erreger. Selbst so harmlos erscheinende Behandlungen wie die Inhalation sollten dann mit Vorsicht genossen werden. Denn es gibt durchaus Mittel, die frühzeitig einsetzende Wehen begünstigen. Gleiches gilt für medizinische Inhalate, wie sie bei Asthma, Allergien und chronischen Erkrankungen der Bronchien und der Lunge zum Einsatz kommen.

Welche Mittel eignen sich als Inhalationszusatz während der Schwangerschaft?

Die Inhalation in der Schwangerschaft sollte so schonend wie möglich gestaltet werden. Daher gilt es natürlich auch, auf sanfte Zusätze zu achten – oder auf diese gänzlich zu verzichten. Denn bereits das gezielte Einatmen von warmem Wasserdampf sorgt für Linderung und beruhigt gereizte Atemwege.

Weiterhin können:
Inhalieren in der Schwangerschaft

  • Unbehandeltes Salz, wie Meersalz, Steinsalz und spezielles Inhalationssalz
  • Kamille, als ätherisches Öl oder in Form von Blüten und Blättern
  • Fenchel, als Tee oder Öl

unbedenklich eingesetzt werden, solange gegen diese keine Allergie besteht. Lösen die erwähnten Zusätze Reizungen aus, wie beispielsweise Niesen, Husten, Kratzen oder Juckreiz, ist die Behandlung sofort abzubrechen.

Auf welche Zusätze sollte in der Schwangerschaft verzichtet werden?

Einige Wirkstoffe, die sich auch unter den typischen Inhalationszusätzen finden, können frühzeitige Wehen auslösen und zu Komplikationen führen. In der Schwangerschaft sollten die folgenden Mittel aus diesem Grund gemieden werden.

Zu diesen zählen:

  • Eukalyptus und Minze
  • Salbei
  • Thymian
  • Kampfer
  • Lavendel

Das gilt sowohl für Vernebler als auch die warme und kalte Inhalation.

Erkältungssalben in der Schwangerschaft

Inhalieren in der SchwangerschaftBei Erkältungssalben handelt es sich für gewöhnlich um Kombinationen aus verschiedenen Mitteln, die zahlreiche ätherische Öle und Auszüge enthalten. Da diese stark wirken und zudem oftmals Menthol zu ihren Inhaltsstoffen zählen, sollte während der Schwangerschaft auch auf diese verzichtet werden.

Stattdessen ist es ratsam, häufiger Kamillen- oder Fencheltee zu trinken und die Dämpfe des Tees einzuatmen.

 

Verschreibungspflichtige Inhalate

Bei der Behandlung von Asthma, Allergien und anderen chronischen Erkrankungen der Atemwege werden häufig Inhalatoren eingesetzt. Die darin enthaltenen Mittel, in Form von Pulver und Aerosolen, haben schon im Normalfall einige erhebliche Nebenwirkungen. In der Schwangerschaft können diese sich verheerend auf das ungeborene Kind auswirken.

Die beste Variante ist es daher, bereits vor dem Bestehen einer Schwangerschaft Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu halten. Eventuell ist ein Wechsel der verschriebenen Medikamente nötig. Zusätzlich ist es ratsam, auch den Gynäkologen hinsichtlich der eingenommenen Mittel zu befragen und so zu einer zweiten Meinung zu gelangen.

Keinesfalls sollten Mittel eigenständig abgesetzt werden.

Inhalationsgerät oder Topf?

Inhalieren in der SchwangerschaftOb ein Inhalationsgerät oder der altbewährte Topf zum Inhalieren benutzt wird, richtet sich nach dem Grund der Behandlung. Bei einer Erkältung, die hauptsächlich Nase und Hals betrifft, reicht ein Topf in Verbindung mit einem Handtuch völlig aus. Hierbei sollte beachtet werden, dass das Handtuch alle zehn Atemzüge entfernt wird. Damit lassen sich Schwindel und Kopfschmerzen vermeiden. Zudem sollte wie gewohnt weitergeatmet werden, zu tiefes Atmen kann ebenfalls zu den beiden genannten Symptomen führen.

Inhalationsgeräte, ob elektrisch betriebene oder einfache mit einer Maske für Nase und Mund, sind immer dann die bessere Wahl, wenn das Inhalat tiefer in die Atemwege gelangen soll. Bei chronischen Erkrankungen und tiefer sitzenden Infekten sind sie also angeraten. Ein netter Nebeneffekt ist die lediglich lokale Einwirkung von Wärme und Dampf. Wer diese im gesamten Gesicht als unangenehm empfindet, ist zumindest mit einer Mund-Nase-Maske und einem einfachen Inhalationsgerät besser beraten, als mit einer offenen Schale oder einem Topf.

Was muss bei Erkältungen vor der Geburt beachtet werden?

Inhalieren in der SchwangerschaftErkältungen und Infekte treten in der Schwangerschaft leider recht häufig auf. Verantwortlich hierfür ist die eingangs erwähnte Belastung des Körpers, die das Immunsystem während der gesamten Schwangerschaft schwächen kann.
Tritt ein solcher Infekt der oberen Atemwege auf, muss dennoch nicht sofort ein Arzt hinzugezogen werden. Zunächst reicht es aus, den Körper zu schonen. Viel Schlaf, vitaminreiches Essen und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sollten am Anfang der Behandlung stehen.Inhalationen mit Wasser oder sicheren Zusätzen, sowie Tee und leichte Bewegung an frischer Luft sorgen ebenfalls für eine schnelle Genesung. Zusätzlich können ein Meersalz-Nasenspray und Nasenspülungen eingesetzt werden.

Zeigt sich keinerlei Besserung der Symptome ist ein Arzt aufzusuchen. Besonders in frühen Stadien der Schwangerschaft, wenn diese also noch nicht gut zu sehen ist, muss der Arzt darauf hingewiesen werden. Nur so können sichere Medikamente und Behandlungen verschrieben werden.

Wann sollte Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden?

Rücksprache mit dem Arzt ist immer dann zu halten, wenn eine Erkältung nicht von allein abklingt oder die Symptome chronischer Atemwegserkrankungen zur Belastung werden. Gerade mit einem wachsenden Bauch vergrößert sich der Druck auf das Zwerchfell und die Lunge, was bei Asthma und obstruktiven Erkrankungen schnell zu schwereren Beschwerden führen kann.  Auch auf Hausmittel und alternative Behandlungen ist zu verzichten, bis diese ärztlich auf ihre Sicherheit hin bewertet wurden. Selbst Homöopathika und Kräuter dürfen also nicht eigenhändig eingenommen werden. Denn diese sind vor allem in der Schwangerschaft nicht so harmlos, wie sie scheinen.