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Inhalieren bei Baby und Kind

Viele Babys und Kleinkinder leiden unter starken Erkältungen. Das Inhalieren ist eine sanfte und wirksame Methode, um die damit einhergehenden Symptome zu lindern. Es sorgt dafür, dass starker Schnupfen sich schnell löst und hilft sowohl bei trockenen als auch mit Auswurf verbundenen Husten. Auch bei einer Nebenhöhlenentzündung kann regelmäßiges Inhalieren entscheidend zum Genesungsprozess beitragen. Da unsachgemäßes Inhalieren bei Kleinkindern und Babys mit Gefahren verbunden ist und unangenehme Nebenwirkungen hervorrufen kann, gilt es jedoch Vorsicht walten zu lassen und sich im Vorfeld zu informieren.

Topf oder Dampfinhalator – Welche Methode ist für Baby und Kleinkind geeignet?

Zu früheren Zeiten war es üblich, dass erkältete Kleinkinder über einem heißen Topf die daraus strömenden Dämpfe inhalierten. Unter Kinderärzten gilt das Inhalieren aus dem Topf mittlerweile als überholt und ineffektiv. Da ein Kleinkind oft instinktiv vor der aus dem Topf strömenden Hitze zurückweicht, erreicht nur ein geringer Teil der Inhalationslösung sein Ziel. Zudem birgt diese Methode die Gefahr, dass sich das Kind am heißen Wasser verbrüht. Unbeliebt ist das Inhalieren aus einem Topf bei Kindern auch deshalb, weil die heißen Dämpfe nicht nur in die Atemwege gelangen, sondern auch unangenehme Reizungen der Augen hervorrufen. Wesentlich effektiver ist der Einsatz von Dampfinhalatoren. Über spezielle Mund- oder Nasenstücke gelangen die von den Geräten produzierten Dampftropfen gezielt in die oberen Atemwege. Da das heiße Wasser nicht auslaufen und Verbrühungen verursachen kann, ist es zudem wesentlich sicherer, wenn Babys und Kleinkinder beim Inhalieren einen Dampfinhalator anstelle eines Topfes verwenden. Dampfinhaltoren sorgen dafür, dass das Inhalat lange warm bleibt und über einen langen Zeitraum seine heilende Wirkung für die Schleimhäute der oberen Atemwege entfalten kann. Ein weiterer Vorteil beim Inhalieren mit einem Dampfinhalator besteht darin, dass die erzeugten Wassertröpfchen klein genug sind, um die Bronchien zu erreichen und den dort festsitzenden Schleim zu lösen. Qualitativ hochwertige Dampfinhalatoren sind ab einem Preis von ca. 50 Euro erhältlich. Da ein solches Gerät nicht nur von Kindern genutzt werden kann, sind Damfpinhalatoren angesichts der beschriebenen Vorteile eine sinnvolle Investition in die Gesundheit der gesamten Familie.

Richtig inhalieren – Worauf es bei Babys und Kindern zu achten gilt

Grundsätzlich können Kinder jeden Alters inhalieren. So lässt sich schon auf Frühgeborenenstationen zu beobachten, dass Babys mit entsprechender Indikation inhalieren. In bestimmten Fällen ist das Inhalieren mit einem Vernebler die einzige Möglichkeit, dass Medikamente sicher in die Atemwege eines Babys gelangen. Dennoch kommt es eher selten vor, dass bereits Neugeborene inhalieren. Die meisten Mediziner halten es für sinnvoll und angemessen, wenn Kinder ab einem Alter von zwei bis drei Jahren mit dem Inhalieren beginnen. Inhalieren gilt gemeinhin als sanfte und unbedenkliche Methode einer Erkältung beizukommen. Trotzdem sollten Eltern insbesondere bei schweren Erkältungen einen Kinderarzt konsultieren, um herauszufinden, ob Inhalieren die richtige Wahl für das Kind ist oder ob es gegebenenfalls nicht besser geeignetere Methoden gibt, die Erkältung zu kurieren. Bei stärkeren Erkältungen raten Kinderärzte dazu, dreimal täglich zwischen fünf und zehn Minuten zu inhalieren. Da heißes Wasser beim Verschütten Verbrühungen hervorrufen kann, sollten Kleinkinder niemals unbeaufsichtigt inhalieren. Um eventuelle Unfälle zu vermeiden, ist es ratsam, Babys und Kleinkinder beim Inhalieren auf den Schoß zu nehmen. Damit die Dämpfe eine optimale Wirkung erzeugen können, ist es sinnvoll, wenn Eltern sich beim Inhalieren gemeinsam mit dem Kind in ein dafür gefertigtes Zelt zu setzen. Alternativ kann auch unter einem mit Badetüchern zugehängten Tisch inhaliert werden. Zur Entspannung des Kindes empfiehlt es sich, eine kleine Geschichte vorzulesen oder ein lustiges Hörspiel laufen zu lassen. Unter Asthma leidende Babys und Kleinkinder sollten grundsätzlich nicht inhalieren. Nachdem inhaliert wurde, sollte ein Kleinkind mit geföhnten Haaren mindestens 30 Minuten in einem warmen Raum verbleiben.

Zu inhalieren ist für Kinder insbesondere dann empfehlenswert, wenn es sich um Erkältungen handelt, die mit einer starken Verschleimung einhergehen. Da die Dämpfe für eine Befeuchtung der Atemwege sorgen, ist inhalieren zudem besonders dann effektiv, wenn das Kind unter einem trockenen Husten leidet. Regelmäßiges Inhalieren trägt in verschiedener Hinsicht zur erfolgreichen Bekämpfung einer Erkältung bei: Da viele Erreger empfindlich auf Hitze reagieren, werden sie beim Inhalieren auf wirkungsvolle Weise abgetötet oder zumindest geschädigt. Generell sollte insbesondere bei Babys und Kleinkindern bei einer Erkältung möglichst schnell mit dem Inhalieren begonnen werden. Rechtzeitiges Inhalieren bewirkt, dass sich in den Nebenhöhlen festsitzender zäher Schleim frühzeitig löst und nicht weiter ausbreiten kann. Auf diese Weise kann der Heilungsverlauf frühzeitig forciert und eine langwierige Entzündung (Sinusitis) bereits im Keime erstickt werden.

Welcher Zusatz sollte verwendet werden?

Viele Kinderärzte empfehlen, eine in Apotheken erhältliche 0,9 prozentige Kochsalzlösung zu verwenden und diese handwarm zu vernebeln. Da sie insbesondere bei Kindern mit empfindlichen Bronchien zusätzliche Reizungen verursachen können, wird von der Verwendung ätherischer Öle abgeraten. Als für Babys bedenklich gilt zudem der Einsatz von Pfefferminz-, Eukalyptusölen oder anderen stark riechende ätherische Ölen. Im schlimmsten Fall kann durch die genannten Substanzen eine Atemnot hervorgerufen werden. Da sich unterschiedliche Effekte erzielen lassen, sollte die Wahl des beim Inhalieren verwendeten Zusatzstoffes unter Berücksichigung auf die Art und Schwere der Erkältung erfolgen. So sind beispielsweise Meer- und Kochsalz hervorragend dazu geeignet, um Infekten präventiv entgegen zu wirken. Eukalyptus hat die Eigenschaft, fest sitzenden Schleim zu lockern, Kamille lindernd Schnupfen und wirkt zudem entzündungshemmend. Mit Salbei zu inhalieren, ist bei einer Mandelentzündung von Vorteil. Da es schleimlösende Wirkung hat, empfiehlt sich die Verwendung von Thymian insbesondere bei fest sitzendem Husten.

Inhalieren ist kein Allheilmittel

Das Inhalieren ist für ein Baby und Kleinkinder eine wirksame und zugleich sanfte Methode zur Bekämpfung von Erkältungen. Anders als bei der Einnahme von Medikamenten sind keinerlei Nebenwirkungen zu befürchten. Ob Schupfen, trockener Husten oder Husten mit Auswurf – Inhalieren trägt dazu bei, die Auswirkungen einer Erkältung abzumildern und den Genesungsprozess in Gang zu setzen. Experten warnen jedoch davor, Inhalieren als Allheilmittel zu betrachten. Insbesondere bei länger anhaltenden, hartnäckigen Erkältungen ist es nicht ausreichend, das Kind mit einer Kochsalzlösung inhalieren zu lassen. Bei schweren Erkältung sollte daher unbedingt ein kompetenter Arzt aufgesucht werden, der dem Kind die geeigneten Medikamente verschreibt. Wenn die Schwere einer Erkältung unterschätzt wird, besteht die Gefahr, dass die Lungenfunktion eines Kleinkindes durch starken Husten nachhaltig beeinträchtigt kann. In diesen Fällen sollte Inhalieren daher unbedingt in Kombination mit den Hustenreiz stillenden und entzündungshemmend wirkenden Medikamenten erfolgen.