facebook_pixel

Was ist eine Erkältung?

Jeder kennt sie, meist aus eigener Erfahrung und nur zu gut: die Erkältung. Von Ärzten auch als grippaler Infekt oder Infekt der oberen Atemwege bezeichnet, betrifft sie jeden erwachsenen Menschen im Durchschnitt drei Mal pro Jahr. Bei Kindern kann eine Erkältung sogar mehr als zehn Mal jährlich auftreten.

Und trotz dieser Häufigkeit wissen nur die wenigsten, was sich hinter der allgemein bekannten Erkrankung verbirgt.

Was ist eine Erkältung eigentlich?

was ist eine erkältungBei einer Erkältung oder auch dem grippalen Infekt, handelt es sich um eine akute Infektion der oberen Atemwege. Oder genauer, der Schleimhäute in Nase, Rachen, Hals und Stirnhöhlen. Das heißt also, dass die Schleimhaut, die die Atemwege auskleidet, entzündet ist.
Meist wird die Erkältung durch Viren ausgelöst. Es kann allerdings auch vorkommen, dass sich zur viralen Infektion noch Bakterien gesellen.

Die Erkältung kann sich auf Nase und Rachen beschränken, sie kann jedoch ebenfalls die Bronchien in Mitleidenschaft ziehen. Dabei dringen Viren in die Zellen ein und zerstören diese. Die Folgen sind Schmerzen, Schwellungen und die Bildung von Schleim.

Ist eine Erkältung gefährlich?

Anders als die Grippe, die für Menschen mit einem schwachen Immunsystem tödlich enden kann, ist eine Erkältung nicht gefährlich. Wird diese an sich harmlose Erkrankung nicht richtig ausgeheilt, kann sie sich allerdings ausbreiten und verschlimmern. Häufig werden zunächst die Stirnhöhlen betroffen. Durch Schwellungen kann das Sekret aus diesen nicht mehr ungehindert abfließen, Viren und Bakterien nutzen eben diesen Schleim als Nährboden und vermehren sich rasant. Das Resultat ist eine Nasenneben- oder Stirnhöhlenentzündung– die unter Umständen eine chronische Verlaufsform annehmen und umliegendes Gewebe und sogar Knochen schädigen kann.

Weiterhin kann eine Bronchitis entstehen, ebenso wie eitrige Mandelentzündungen, Entzündungen des Mittelohres oder sogar eine Lungenentzündung. Verantwortlich hierfür sind die Viren der Erkältung nur indirekt. Denn sie lösen die genannten Erkrankungen zwar nicht aus, schwächen jedoch das Immunsystem und verletzen die Schleimhäute, wodurch diese und der gesamte Körper anfälliger für weitere Infektionen werden.

Warum helfen Antibiotika bei einer Erkältung meist nicht?

Leider greifen noch immer viele Ärzte und Erkrankte schon zu Beginn einer einfachen Erkältung zu Antibiotika. Da die meisten Erkältungen von Viren ausgelöst werden, helfen diese aber nicht. Denn ein Antibiotikum wirkt gegen Bakterien.
Erst wenn es nachweislich zu einer sogenannten Superinfektion, also einer weiteren Infektion mit Bakterien, gekommen ist, ist der Einsatz eines Antibiotikums sinnvoll.

Wird es zu zeitig oder falsch eingesetzt, schwächt es den Körper, ohne eine positive Auswirkung auf den Verlauf der Krankheit zu haben. Zudem können auf diese Weise Keime entstehen, die resistent gegen Antibiotika sind – von diesen Medikamenten also nicht mehr abgetötet werden.

Sinnvoller und gesünder ist es, stattdessen auf geeignete Hausmittel gegen die Erkältung zurückzugreifen und dem Körper die erforderliche Ruhe und Zeit zur Heilung zu geben.

Entsteht eine Erkältung durch Kälte?

Obwohl es der Name und das gehäufte Auftreten von Erkältungen in den Wintermonaten vermuten lassen, entsteht eine Erkältung durchaus nicht durch Kälte. Tatsächlich überleben viele der auslösenden Viren im kalten Klima nur schlecht.

Verantwortlich für die steigenden Erkältungszahlen in der kalten Jahreszeit zeichnen sich hauptsächlich die Raumluft, der eingeschränkte Aufenthalt im Freien und die Ernährung. Die Temperatur spielt hingegen nur eine kleine Rolle.

Ein Infekt der oberen Atemwege und die Raumluft

Sobald es draußen kälter wird, bleiben die meisten Fenster geschlossen. Schließlich soll die Wärme nicht nach draußen getragen werden. Genau hierdurch wird aber eine ideale Voraussetzung für Viren und Bakterien geschaffen.

In der warmen Raumluft verbreiten diese sich deutlich schneller und weiter, die Ansteckungsgefahr steigt. Im Büro, Klassenzimmer oder im eigenen Heim ist es daher wichtig, regelmäßig zu lüften. Wenige Minuten am Morgen und Abend reichen vor allem dann nicht aus, wenn sich viele Menschen im Zimmer aufhalten.

Durch das Stoßlüften wird die abgestandene, warme, trockene und erregerreiche Luft nach draußen gegeben. Frische, erregerarme Luft gelangt nach drinnen – das Risiko, an einer Erkältung zu erkranken sinkt.

Bewegung an der frischen Luft beugt vor

Spaziergänge oder Sport an der frischen Luft regen die Durchblutung an, versorgen die Atemwege mit Feuchtigkeit und „lüften“ Erreger förmlich aus. Selbst wenn es draußen feucht und grau ist, kann der Körper außerdem ein Vitamin bilden, das ohne Sonnenstrahlung fehlt oder nur in zu geringen Mengen vorliegt. Hierbei handelt es sich um das Vitamin D.

Wer selbst im Herbst und Winter regelmäßig vor die Tür muss, beugt einer Erkältung also gleich auf mehrfache Weise vor.

Die Rolle der Ernährung auf das Immunsystem

was ist eine erkältungIm Sommer stehen meist frisches Obst, Salat, Säfte und insgesamt leichte Speisen auf dem Plan. Je kälter es wird, desto deftiger fallen die Mahlzeiten aus. Das ist in begrenzten durchaus sinnvoll, denn zur Aufrechterhaltung der Körpertemperatur ist im Winter nun einmal mehr Energie notwendig als im Sommer. Große und schwer verdauliche Mahlzeiten benötigen allerdings auch mehr Energie, bevor sie den Körper mit Nährstoffen versorgen. Das äußert sich durch die Müdigkeit, die sich nach einem fettigen Gericht oder einer großen Portion häufig einstellt.

Zudem kommen vitamin-, mineralstoff- und wasserreiche Speisen, wie rohes Obst und Gemüse, neben Braten und Klößen häufig zu kurz. Dadurch fehlen dem Immunsystem wichtige Bausteine für eine gesunde Abwehr, es wird geschwächt und anfälliger für Erreger.

Wärme ist wichtig

Wie bereits erwähnt, spielt Kälte nur eine untergeordnete Rolle bei der Entstehung einer Erkältung. Dennoch sollte es vermieden werden, häufig zu frieren. Kälte entzieht dem Körper Energie, denn der Organismus muss mehr Kraft aufwenden, um die Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Auf diese Weise schwächt kaltes Wetter nicht nur den Körper, sondern auch das Immunsystem. Das wiederum kann sich im geschwächten Zustand nicht ausreichend gegen Viren und Bakterien zu Wehr setzen. Die Folge könnte dann eine Erkältung sein.

Bei all dem Lüften und der Bewegung im Freien sollte also nicht vergessen werden, den Körper warmzuhalten und gegen die Kälte zu schützen. Witterungsgemäße Kleidung und Heizen sind daher ebenfalls wichtig, um einer Erkältung vorzubeugen.

Tipp: Wer über eine gesunde und trainierte Muskulatur verfügt, friert meist weniger schnell. Denn Muskeln wärmen. Daher ist eine regelmäßige, sportliche Betätigung eine sinnvolle Vorbeugungsmaßnahme – nicht nur gegen Infekte der oberen Atemwege.

Wieso bekommen Kinder häufiger eine Erkältung als Erwachsene?

was ist eine ekältung Kinder leiden deutlich häufiger an Erkältungen als Erwachsene. Der Grund hierfür ist einmal mehr im Immunsystem zu finden. Erwachsene Menschen haben bereits zahlreiche Infekte überstanden, die körpereigene Abwehr ist demnach besser trainiert.

Zudem sind Kinder in Tagesstätten und Schule einem größeren Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Vor allem bei kleineren Kindern kommt es häufiger vor, das Niesen oder Husten in unmittelbarer Nähe zu einer Übertragung der Erkältungsviren führt. Erwachsene halten in der Regel einen größeren Abstand zu ihren Mitmenschen, das Ansteckungsrisiko ist daher geringer.

Weil Erkältungen an sich harmlos sind, sind sie auch bei Kindern kein Grund zur Sorge. Werden diese Infektionen ausreichend behandelt und dem Körper Zeit zur Heilung und Erholung geboten, wirken sie als Training für die Abwehrkräfte, haben also sogar einen positiven Effekt.

 

Vorbeugende und schützende Maßnahmen

Nicht jede Erkältung kann vermieden, vielen aber vorgebeugt werden. Essenziell hierfür ist eine insgesamt gesunde Lebensweise, die eine vollwertige Ernährung, Ruhe, genug Schlaf und Bewegung einschließt. Wer zusätzlich den Konsum von Tabak und Alkohol auf ein Minimum begrenzt, reduziert auch die Erkrankungsgefahr.

Wichtig ist auch eine umfassende Hygiene, denn Keime verbreiten sich nicht nur über die Luft und durch den direkten Kontakt zu Menschen mit einer bestehenden Erkältung. Auch gemeinsam benutzte Gegenstände, wie Türen, Tastaturen oder die Griffe in öffentlichen Verkehrsmitteln geben Erreger weiter. Häufiges Waschen von Händen und Gesicht beugt hier vor.

Zudem sollte trockene Heizungsluft vermieden werden. Ist das nicht möglich, helfen Inhalation und Nasenduschen – bereits vor der Erkältung.

Wie können Folgeerkrankungen verhindert werden?

So harmlos Erkältungen auch sind, werden sie nicht ausgeheilt, können sie das Risiko von ernsteren Folgekrankheiten deutlich erhöhen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dem Körper ausreichend Zeit und Ruhe zu gönnen, bis die Erkältung vollständig abgeklungen ist. Hausmittel gegen Erkältungen helfen bei der Linderung der typischen Beschwerden und können zudem verhindern, dass sich die Erreger weiter ausbreiten.

Muss bei Erkältungen ein Arzt aufgesucht werden?

Ein Arztbesuch ist im Normalfall erst dann angeraten, wenn die Erkältung innerhalb einer Woche keine Verbesserung zeigt oder gar schlimmer wird. Kommen Schmerzen und starker Druck hinzu, ist ebenfalls ein Arzt aufzusuchen.

Schon bei den ersten Anzeichen eines Infekts der oberen Atemwege zum Arzt zu gehen, empfiehlt sich immer dann, wenn das Immunsystem bereits stark geschwächt ist oder andere Erkrankungen vorliegen.

Sind die oberen Atemwege entzündet, besteht also eine Erkältung, ist das an sich noch kein Grund zur Sorge. Wohl aber ein Hinweis darauf, dass das Immunsystem geschwächt wurde. Und dieser sollte ernst genommen werden, um Folgeerkrankungen zu verhindern. Mit viel Ruhe und den genannten Tipps lässt sich die Krankenzeit oft verkürzen und die nächste Erkältung vielleicht sogar gänzlich verhindern.